Renaturierung einer landwirtschaftlichen Fläche in Nordhessen

Der Artikel behandelt den Versuch der Renaturierung einer landwirtschaftlichen Fläche in Nordhessen.

Ausgangslage und Grundgedanke

Ganz im Norden Hessens, im Diemeltal, konnte im Sommer 2017 eine Kleinfläche von rund 4.450 m² erworben werden. Es handelt sich um das Teilstück einer bisher als Weideland genutzten Wiese mit 1/3 Waldanteil. Experimentell soll der Versuch unternommen werden, die Fläche beschleunigt zu renaturieren und in ein naturnahes Kleinbiotop mit natürlicher Vegetation umzuwandeln.

Die Fläche liegt auf ca. 180 m ü. NHN, am Nordabhang eines Waldes. Das Grundstück ist in seiner größten Ausdehnung etwa 25 Meter breit in Nord-Süd-Ausdehnung und 200 Meter lang in West-Ost-Ausdehnung. Die leichte Hanglage bedingt einen Höhenunterschied von ca. 12 Metern (172 bis 184 m ü. NHN). Das südlich und westlich angrenzende Waldgebiet hat eine Höhenlage von maximal 260 Metern. Nach Norden fällt das Gelände in ein Bachtal ab (ca. 130 m ü. NHN). Die nördlichen und östlichen Nachbargrundstücke werden als Wiesen und Weiden genutzt. Das westliche Drittel der Fläche gehört zu dem angrenzenden Waldgebiet und ist vorwiegend mit Buchen, Birken und Ahorn bewachsen. Daneben finden sich auf der Fläche alte Apfel- und Haselnußbäume. Der Grünlandanteil wurde bis Juli 2017 von Schafen beweidet und ist entsprechend kurz gehalten und zertreten.

Angedachte Entwicklungsmaßnahmen

Der westliche Teil des Grünlandes wird aufgrund der Nordhanglage des Grundstückes von dem bereits vorhandenen Wald beschattet. Hier wird der Grünlandanteil infolge der fehlenden Bewirtschaftung voraussichtlich von Büschen und Bäumen eingenommen werden. Hier sollen zur Beschleunigung des Vorgangs Baumsamen und -setzlinge ausgebracht werden. Der Ostteil der Fläche wird sich voraussichtlich zunächst in eine naturnahe Wiese verwandeln. Auch hier soll durch Aussaat von Wildblumen-/-kräutersamen die Entwicklung der natürlichen Vielfalt angeregt werden.

Entwicklung

2017

Die Fläche wird im September in Besitz genommen, vermessen und gegenüber dem nördlichen Nachbargrundstück durch einen Weidezaun abgegrenzt. Die südwestliche, durch den Wald verlaufende Grenze ist teilweise mit Grenzsteine markiert. Die Grenzmarkierung wird durch Holzpflöcke ergänzt.

2018

März: Am 30. März wird an einem Apfelbaum ein weiterer Nistkasten angebracht. Der bislang quer durch den Wald verlaufene Stacheldrahtzaun an der südwestlichen Grundstücksgrenze wird abgebaut. Statt dessen wird am 31. März damit begonnen, mit Ästen und Zweigen aus dem Wald eine Totholzhecke zur Abgrenzung des Grundstücks anzulegen, da an der Grundstücksgrenze ein alter Waldweg endet und Spaziergänger den Weg über die Wiese als Abkürzung nutzen.

April: Am 22. April stehen die Apfelbäume in voller Blüte. An einer großen Buche finden sich zahlreiche Maikäfer. Aufgrund der warmen Witterung haben die meisten Bäume bereits Blätter. Deshalb werden rund um die alten Buchen nun zahlreiche zwei- bis fünfjährige Buchen sichtbar. Noch zahlreicher sind junge Anhornbäume. Die am 31. März begonnene Totholzhecke durch das Waldstück wird weiter ausgebaut.