Barthold Becker

Barthold Becker (* um 1588 in Korbach; 1636/1643).

Leben

Barthold soll der Sohn des Engelbert Becker.[1] und dessen Frau namens Angela gewesen sein.[2] Im einzelnen ist hinsichtlich der Abstammung vieles umstritten. Es wird auf die Ausführungen im Eintrag zu Engelbert Becker verwiesen. Barthold war Richter [3] sowie Kaufmann in Giebringhausen [4] und Korbach.[5], ferner Erb- und Freisasse ebenda. [6] Seine Frau war Catharina Waldeck aus Vechta, [7] Enkelin des Christoph von Waldeck [8] und damit seine Cousine 2. Grades.

Bartholds Tochter war Anna Engela Becker, die mit dem mehrfachen Korbacher Bürgermeister und Tuchhändler, Dietrich Wilstach, verheiratet war. [9]

Weitere Kinder sind nicht bekannt. Zum Datum 19. Oktober 1659 ist in Helsen jedoch die Hochzeit eines Barthold Becker, 1687 Richter, gestorben am 1. September 1704, mit einer Anna Maria Zipper (25.04.1641-30.06.1713) vermerkt.[10] Das Paar hatte 13 Kinder. Vorfahren und Herkunft des dortigen Barthold Becker werden nicht genannt. Man wird annehmen dürfen, daß er um 1635 geboren wurde. Name, Lebensdaten und Beruf könnten darauf hindeuten, daß er ein Sohn oder Enkel des hier vorgestellten Barthold Becker war.

In den Kirchenbüchern von Giebringhausen ist zu dieser Zeit ein Bertoldt Becker und seine Frau Catharina (ohne Angabe des Geburtsnamens) mit ihrem Sohn Hermann verzeichnet. Der Eintrag erfolgte wohl anläßlich des Begräbnisses der Catharina am 22. Dezember 1653 in Giebringhausen. Das Geburtsdatum des Bertoldt Becker ist nicht angegeben. Der Bearbeiter des Ortsippenbuches meint, er sei vor 1653 verstorben. Zum Zeitpunkt der Beerdigung seiner Frau hat er offenbar nicht mehr gelebt. Catharina sei ca. 1582 geboren, der Sohn Hermann ca. 1604 und begraben am 9. April 1655.[11] Aufgrund der Lebensdaten ist es wahrscheinlich, daß es sich bei dem genannten Ehepaar um Barthold Becker und Catharina (Waldeck) handelt. [12]

Anmerkungen

[1] Friedrich Wilhelm EULER, Genealogische und soziologische Betrachtungen über die Vorfahren des Berliner Oberbürgermeisters und Politikers Ernst Reuter, in: Genealogisches Jahrbuch, Band 1, herausgegeben von der Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte, Berlin-Frankfurt/M. 1961, S. 15-47 [40-41]; Percy Ernst SCHRAMM, Die Vorfahren des Kaufmanns Justus Ruperti, in: Norddeutsche Familienkunde - Zeitschrift der AG Genealogische Verbände in Niedersachsen, 1. Jahrgang, Göttingen 1952, S. 1-10 [6 = Nr. 146].
[2] SCHRAMM (wie Anm. 1), S. 6 = Nr. 293.
[3] EULER (wie Anm. 1).
[4] EULER (wie Anm. 1); Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 1, Professor-Kümmell-Straße und Klosterstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1956, S. 29-30 [30].
[5] SCHRAMM (wie Anm. 1).
[6] SCHRAMM (wie Anm. 1), unter Hinweis auf "sein Anschreibebuch in Folio im Besitz der Nachkommen des Oberst a.D. Herwig in Arolsen".
[7] EULER (wie Anm. 1), mit der Einschränkung: "soll ... gewesen sein"; SCHRAMM (wie Anm. 1), nennt den Namen der Ehefrau nicht und gibt lediglich an, sie sei mit der Familie Speyermann in Mengeringhausen verwandt gewesen. Eine Beziehung zwischen den Familien Speyermann und Waldeck in Mengeringhausen ist jedoch nicht ersichtlich. Zur Mengeringhäuser Familie Speyermann zu jener Zeit vgl. Hermann STEINMETZ, Die Waldeckischen Beamten vom Mittelalter bis zur Zeit der Befreiungskriege, in: Geschichtsblätter für Waldeck, 56. Band (1964), S. 8-151 [56-57 = Nr. 146 und 63-66 = Nr. 167]; zum Mengeringhäuser Zweig der Familie Waldeck vgl. Ernst WALDSCHMIDT, Die waldeckische Familie Waldeck - Mengeringhäuser Linie, in: Nachrichten der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck, 15. Jahrgang 1940, Heft 2, S. 49-72.
[8] Für diese Annahme liegen keine unmittelbaren Belege vor. Sollte die Angabe zutreffen, daß Bartholds Frau Catharina Waldeck aus Vechta war, ist eine Abstammung von Christoph von Waldeck allerdings sehr wahrscheinlich. Christoph, ältester Sohn des Bischofs Franz von Waldeck, siedelte in Vechta und begründete die dortige bürgerliche Linie der Familie Waldeck. Mehrere Nachfahren waren später in Korbach wohnhaft. Vgl. Ernst WALDSCHMIDT, Die Waldeckische Familie Waldschmidt und die Vorfahren Waldschmidtscher Ehefrauen, Bad Wildungen 1927, S. 181-182.
[9] EULER (wie Anm. 1); Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 1, Professor-Kümmell-Straße und Klosterstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1956, S. 29-30 [30]. Hermann STEINMETZ (Bearb.), Die Stadtcommissare in Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1954, S. 29; SCHRAMM (wie Anm. 1), S. 5 = Nr. 73.
[10] Robert WETEKAM, Waldeckische Ortsippenbücher, Band 11, Helsen (einschließlich der Sippen von Arolsen 1652-1751), Waldeckischer Geschichtsverein (Hrsg.), Arolsen 1968, Nr. 196.
[11] Gerhard BEHLE/Friedrich WILKE (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Band 77, Deutsche Ortssippenbücher, Reihe A, Band 471, Giebringhausen, Heimat- und Verkehrsverein Giebringhausen/Waldeckischer Geschichtsverein e.V. (Hrsg.), Bad Arolsen 2010, Nr. 47.
[12] Karl SCHÄFER, Geschichte der Eisenindustrie in der ehemaligen Grafschaft Waldeck im 16. und 17. Jahrhundert, Korbach 1977, S. 145, nennt einen "Bertolt Becker" in Giebringhausen.