Eberhard von Gudenberg

Eberhard von Gudenberg (* um 1490 ?; 1535) war ein Edelknecht, der im nordhessischen Raum Wolfhagen ansässig war.

Leben

Eberhard war der Sohn des Philipp von Gudenberg ( 1492/93).[1] Die von Gudenberg wohnten, jedenfalls in späterer Zeit, zu Elmarshausen bei Wolfhagen. Mit Eberhard von Gudenberg starb der Mannestamm 1535 aus. Im Siegel führten sie einen Viertelmond, beide Spitzen oder Hörner nach oben gekehrt.[2] Der Mond war ein Symbol von Wodan (Guodan), dessen Name auch der Bezeichnung des Burgsitzes von Gudenburg zugrunde liegt.[3] Eberhard wird in einer Urkunde vom 18. Oktober 1516 genannt, mit der ein Streit zwischen ihm und dem Kloster Höhnscheid um die Gültigkeit einer testamentarischen Verschreibung des Geppenhagen zugunsten des Klosters seitens seines Vaters Philipp beigelegt wurde.[4] Aus dieser Urkunde ergeben sich die gesellschaftlichen und familiären Verhältnisse Eberhards. Er wird nämlich als "Edelknecht zu Elmarshausen" bezeichnet. Erwähnt wird zudem seine Gemahlin Anna von Löwenstein. Als Siegler der Urkunde tritt u.a. der hessische Hofmeister Johann von Löwenstein auf, der ausdrücklich als Annas Vater genannt wird.[5]

Am 3. Dezember 1523 entscheidet Eberhard von Gudenberg gemeinsam mit Löwenstein von Löwenstein den Streit zwischen Heinrich von Löwenstein ("unsßerm vetter und schwager") und den Brüdern Gobert, Hans, Christoph und Leo von Löwenstein ("auch unsßern vettern und schwagernn") über den Löwenstein-Westerburgischen Nachlaß.[6] Am 11. November 1529 stellt Eberhard von Gudenberg für die beiden "Halbbürdigen" Johann von Gudenberg, Bürger zu Wolfhagen, und Henne von Löwenstein zu Breuna einen Lehensbrief aus.[7] Johann von Gudenberg war Eberhards Cousin aus einer nichtehelichen Verbindung seines Onkels Heinrich von Gudenberg oder dessen gleichnamigen Sohns oder Halbbruders.[8] Henne von Löwenstein war wahrscheinlich sein Schwager aus einer nichtehelichen Verbindung seines Schwiegervaters Johann von Löwenstein.

Verwandschaftliche Beziehungen bestanden vielleicht auch mit Hermann II. von Wolmeringhausen mit dem er nebst Jost von Grafschaft unverteilt Lehensstücke besaß. [9]

Anmerkungen

[1] Hermann STEINMETZ, Die Waldeckischen Beamten vom Mittelalter bis zur Zeit der Befreiungskriege, in: Geschichtsblätter für Waldeck, 49. Band (1957), 4. Fortsetzung, S. 1-114 [108]; ders. in: Geschichtsblätter für Waldeck, 47. Band (1955), 3. Fortsetzung, S. 5-112 [56].
[2] Johann Adolph Theodor Ludwig VARNHAGEN, Grundlagen der Waldeckischen Landes- und Regentengeschichte, Band I, Göttingen 1825, S. 296 Anm. p.; Helmut NICOLAI/Wilhelm HELLWIG/Heinrich HOCHGREBE, Waldeckische Wappen - Beiträge zur Familiengeschichte, Teil 1, Einführung in die Heraldik und Adelswappen, Waldeckische Forschung, Band 1, Waldeckischer Geschichtsverein (Herausgeber), Arolsen 1985, Tafel IX, Wappen Nr.49 (S. 135) und S. 199.
[3] NICOLAI/HELLWIG/HOCHGREBE (wie Anm. 2), S. 199.
[4] Friedrich SCHUNDER, Die von Löwenstein - Geschichte einer hessischen Familie, Lübeck 1955, 2 Bände und Stammtafeln, Band 2, Regest Nr. 570 (S. 225-226).
[5] Vgl. auch Otto GROTEFEND/ Felix ROSENFELD/Karl E. DEMANDT, Regesten der Landgrafen von Hessen, Band 6, Teil 2, Ausgabe 2, Marburg 1990, S. 958: Landgraf Philipp bewilligt Eberhard von Gudenburg, daß er seine Frau Anna, geborene von Löwenstein, mit folgenden Gütern bewittumt [...].
[6] SCHUNDER (wie Anm. 4), Band 2, Regest Nr. 577 (S. 229-230) und Urkunde Nr. 577 (S. 259-260).
[7] Hermann KNODT / Heinz RITT, Löwenstein des Stammes Halber von Löwenstein, in: Hessische Familienkunde, Band 6, Heft 1/1962, Seite 62-63, Hessische Wappenrolle Nr. 146; STEINMETZ (wie Anm. 1), Geschichtsblätter für Waldeck, 56. Band (1964), S. 106 (hier: "halbblütigen"), unter Hinweis auf eine Mitteilung des Kirchenrat D. Grimmell.
[8] Vgl. STEINMETZ (wie Anm. 1), 56. Band (1964), S. 18.
[8] STEINMETZ (wie Anm. 1), 47. Band, S. 56.