Heinrich Leusmann

Heinrich Leusmann (* um 1520 in Korbach ; 9. August 1573 ebenda) war Bürgermeister und Amtmann in Korbach.[1]

Leben

Heinrich IV. Leusmann war der Sohn des Johann II. Leusmann und der Mette Geiling. Er wurde 1536 in Erfurt und Leipzig immatrikuliert, 1541 Bürger in Korbach und war von 1554 bis 1557 Amtmann in Itter. In der Korbacher Gerichtsodnung von 1555 wird er als Verordneter der Gemeinde genannt. HEIDENREICH (wie Anm. 1) gibt an, er sei wischen 1562 und 1573 mehrfach Bürgermeister in Korbach gewesen. In der Liste der Oberbürgermeister erscheint er jedoch nicht. Vielleicht war er jeweils Unterbürgermeister. [2]

Um 1540 heiratete er Anna von Menne, Tochter des Ulrich von Menne, Bürgermeister in Warburg, und der Elisabeth von Sieghard. Die Ehe endete mit einem Skandal, denn Anna von Menne, "reich an Gütern und Ehren", hatte ein Verhältnis mit ihrem Reitknecht Blastorck (Plastorek [3]). Beide entflohen heimlich am 3. Oktober 1555 unter Mitnahme von 1000 Gulden, wertvollen Ketten u.a. [4] und begaben sich nach Köln zum Richter Heinrich Schild.[5] Die Ehe wurde daraufhin 1556 geschieden. Aus der Ehe mit Anna von Menne gingen vier Kinder hervor:

a) Ulrich Leusmann (* um 1542; 1594)
b) Clara (* um 1545; ?)
c) Elisabeth (* um 1548; ?)
d) Maria/Merge (* um 1552; ?)

Anmerkungen

[1] Alle Angaben aus: Friedrich Josef HEIDENREICH, Die Familie Leusmann und ihr Verwandtenkreis, in: Hessische Familienkunde, Band 17, Heft 7, 1985, Sp. 339, 351-352; Band 17, Heft 8, 1985, Sp. 407-408.
[2] Wolfgang MEDDING, Korbach - Die Geschichte einer deutschen Stadt, 2. Auflage, Korbach 1980, S. 412: Liste der Bürgermeister der Neuzeit.
[3] Hermann STEINMETZ, Die Waldeckischen Beamten vom Mittelalter bis zur Zeit der Befreiungskriege, in: Geschichtsblätter für Waldeck, Band 44 (1952), S. 54.
[4] Vgl. Albert LEISS (Hrsg.), Die Denkwürdigkeiten des Jonas Trygophorus, in: Paul Jürges/Albert Leiß/Wilhelm Dersch (Bearb.), Waldecker Chroniken, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck VII 2, Chroniken von Hessen und Waldeck, 2. Band, Marburg 1914, S. 181-268 [219].
[5] STAM, Verzeichnis der entfremdeten Sachen und Werte vom 7. Februar 1558.