Klosterstraße 20 (Korbach)

Das Haus Klosterstraße 20 im September 2014.
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Das Haus Nr. 20 in der Klosterstraße ist ein im Jahr 1792 von Johann Henrich Schmale erbautes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach. [1]

Geschichte

1. Bis zum Jahr 1660 wohnte an dieser Stelle der Goldschmied Samuel Waldecker, der um 1667 das Haus Stechbahn 7 errichtete.

2. 1687 erwarb durch Eheschließung der Goldschmied Urban Friedrich (Fritz) Esau (~ 09.01.1659 in Mengeringhausen; 09.09.1708) das Haus, indem er am 25. Oktober 1687 Maria Elisabeth Waldecker (~ 12.04.1668; 15.01.1693) heiratete, Tochter von Nr. 1. Er war der Sohn des Goldschmieds und Graveurs Barhold (Bartholomäus) Esau und der Catharina Elisabeth Felgenhauer, Tochter des Urban Felgenhauer, Münzmeister in Stadtberge.[2] Eine zweite Ehe ging er am 7. Februar 1694 mit Anna Margarethe Nelle (~ 06.03.1661; 02.01.1698) ein, Tochter des Pfarrers Henrich Nelle in Mühlhausen und der Anna Magarethe Wolf. In dritter Ehe vermählte er sich am 26. Oktober 1698 mit Catharina Strube (* 1662; 21.05.1713), Tochter des Bäckermeisters Ditmar Strube (Bürger 1639). Esau erwarb 1688 die Korbacher Bürgerrechte und war in den Jahren 1695, 1699, 1702 und 1704 Ratsmitglied. Bereits sein Großvater, Bartholomäus Esau sen. war Goldarbeiter und hatte das Handwerk ab 1619 bei Ambrosius Sommer in Hamburg gelernt. [3] Die Eheleute Esau/Waldecker hatten mindestens ein Kind: Anna Marie Esau, verheiratet mit Johann Ulrich Salgo (vgl. Stechbahn 7, Nr. 3).

3. 1691 Martin Platte.

4. 1722 Justus Tigges.

5. 1725 Johann Justus Nelle.

6. 1749 Johannes von der Embden.

7. 1784 Johann Georg Emde.

8. 1792 Johann Henrich Schmale.

9. Im Jahr 1799 kaufte der Schuhmacher Georg Wilhelm Bohne (~ 28.02.1773; 04.04.1835) das Haus. Er war der Sohn des Leonhard Bohne und der Maria Christiane Klöcker. Seine erste Ehefrau war Anna Elisabeth Henze aus Gudensberg (* ?; 22.10.1812). Sie starb im Gefängnis, wo sie über ein Jahhr lang wegen Betruges inhaftiert war. Eine zweite Ehe ging er mit Marie Henriette Rösener (* 14.01.1774 in Lengefeld; 22.01.1838) ein. Sie war die Tochter des Tagelöhners Jakob Rösener (* um 1753 in Höringhausen; 16.07.1817 in Lengefeld) und der Maria Wilhelmine Henne (* ?; 06.01.1797). [4] . Bohne gehörte zuvor das Haus Am Tylenturm 5.

10. 1801 Johann Christoph Hartmann.

11. 1810 Wilhelmine Schwalenstöcker.

12. 1812 Maria Dorothea Range.

13. 1826 Conrad Gottfried Wilhelm Berges.

14. 1843 Johann Friedrich Bangert.

15. 1878 Carl Heinrich Achenbach.

16. 1885 Joseph Köster.

17. 1895 Ewald Nöll.

18. 1919 Wilhelm Plücker.

19. 1924 Wilhelm Deuster.

20. Mit dem Tod von Nr. 19 wurde der Drogist Wilhelm Deuster (* 23.08.1928; 04.09.1993) neuer Eigentümer. Er ließ das Haus 1981 renovieren, worauf eine Balkeninschrift an der zur Klosterstraße gerichteten Giebelseite erinnert ("W. DEUSTER REN. 1981"). Er heiratete am 16. Juni 1955 Hildegard Heine (* 02.07.1931; 2015 [5] ), Tochter des Landwirts Karl Heine und der Berta Schmittmann. Sie wohnte zuletzt im Haus "Am Hauptbahnhof 5", wo sich noch heute das Fotogeschäft Wilhelm Deuster befindet.

21. Im Jahr 1993 ging das Haus auf die Witwe von Nr. 20, Hildegard Deuster, über. Heute sind in dem Haus Mietwohnungen eingerichtet. Eventuelle weitere Eigentümerwechsel sind hier nicht bekannt.

Bilder


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Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS/Karl WILKE (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 1, Professor-Kümmell-Straße und Klosterstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.), 2. Auflage 1996, S. 113-116. Soweit nicht anders vermerkt, sind alle folgenden Angaben hieraus entnommen. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben bzw. begraben.
[2] Herbert VOIGT/Christian MEUSER (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Band 89, Mengeringhausen, Waldeckischer Geschichtsvereins e.V. (Hrsg.), Bad Arolsen 2014, S. 128, Nr. 1610.
[3] VOIGT/MEUSER (wie Anm. 1), S. 128, Nr. 1609.
[4] Eckhard SCHMIDT (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Lengefeld, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1980, S. 180, Nr. 486.
[5] Die Glocke, Gemeindebrief der Ev. Stadtkirchengemeinde Korbach, 32. Jahrgang, Nr. 117, November 2015, S. 43.