Grabenstraße 3 (Korbach)

Das Haus Grabenstraße 3 im Dezember 2016.
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Das Haus Nr. 3 in der Grabenstraße ist ein Wohnhaus in der Altstadt von Korbach [1]

Geschichte

THOMAS (wie Anm. 1) gibt das Baujahr mit 1865 an. Das heutige Gebäude scheint jedoch jünger zu sein oder wurde erheblich umgebaut. [2]

1. Bauherr des Hauses oder des Vorgängerbaus war der Wagner Heinrich Ludwig Christian Trummel (* 03.02.1816; 14.09.1874), Sohn des Wagners Friedrich Trummel in Berndorf und der Marie Charlotte Müller. Am 21. September 1845 heiratete er Maria Wilhelmine Kümmel (* 06.08.1813; 21.10.1870; Tochter des Schuhmachers Friedrich Kümmel und der Henriette Emde. Trummel war seit 1845 Eigentümer des Hauses Tränkestraße 10.

2. 1870 kaufte der Viehhändler Abraham Lazarus (* 22.03.1828 in Höringhausen; gest. 30.08.1912 in Allendorf/Eder) das Haus. [3] Er war der Sohn des Handelsmanns Hirsch Lazarus und der Dorchen Katz, beide aus Höringhausen. Um 1859 heiratete er Johanne Löb (* 20.09.1835 in Wrexen; gest. 01.12.1901 in Korbach), Tochter des Levi Löb und der Jettchen Dannenbaum aus Wrexen. Die Familie zog im Dezember 1869 von Höringhausen nach Korbach. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor:

a) Dora Lazarus (* 01.07.1860 in Höringhausen; gest. ?). Sie wanderte im September 1882 nach New York aus.
b) Elise Lazarus (* 28.12.1863 in Höringhausen; gest. ?). Sie meldete sich im Dezember 1887 nach Bicken ab.
c) Bertha Lazarus (* 17.09.1865 in Höringhausen; gest. 03.10.1922 in Allendorf/Eder) am 29.11.1893 mit Moses Reis (* 2.11.1864 in Rennertshausen; gest. 24.05.1937 in Frankfurt/Main), Sohn des Viehhändlers David Reis (* 10.03.1827; gest. 27.06.1903) und der Bertha Bickhard aus Rennertshausen.
d) Moses Lazarus (* 26.11.1867; gest. 09.03.1887)
e) Louis Lazarus (* 16.05.1871; verschollen in Minsk), Nr. 3.

3. 1901 übernahm Louis Lazarus (* 16.05.1871; verschollen in Minsk), Sohn von Nr. 2, das Haus. Er hat den Viehhandel seines Vaters fortgeführt und blieb unverheiratet. Im Juli 1942 wurde er nach Kassel und von dort weiter deportiert. Seine Spur verliert sich in Minsk.

4. 1942 wurde das Haus enteignet und unter staatliche Verwaltung gestellt.

5. 1952 Leo Pawelec.

6. Die weiteren Eigentümerwechsel sind hier nicht bekannt.

Bilder

Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 7, Dalwigker Straße - Am Butterturm - Grabenstraße - Entengasse - Tränkestraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1960, S. 38. Alle folgenden Daten, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.
[2] Karl WILKE (Bearb.), Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1993, S. 144, Nr. 52, geht von einem vollständigen Neubau durch Nr. 5 aus.
[3] Alle Daten über die Familie Lazarus nach WILKE (wie Anm. 2), S. 144, Nr. 52; S. 217, Nr. 116.