Klosterstraße 6 (Korbach)

Das Haus Klosterstraße 6 im Juli 2014.
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Das Haus Nr. 6 in der Klosterstraße ist ein Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach.

Geschichte

Das genaue Baujahr konnte nicht festgestellt werden; die quaderförmig gestalteten Eckpfosten deuten auf das 18. Jahrhundert hin. Die Eigentümer können bis Anfang des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. [1] Über den Vorgängerbau ist nichts bekannt. Wahrscheinlich wurde er beim großen Stadtbrand von 1664 oder während des Dreißigjährigen Krieges zerstört.

1. Erster namentlich bekannter Eigentümer war der Bäckermeisters Johann Daniel Linnekogel (~ 17.10.1683; 13.05.1736), Sohn des Bäckermeisters und Küsters der Neustadt Henricus Linnekogel und der Anna Juliana Catharina Sonaria. Er heiratete am 1. Oktober 1709 Catharinae Elisabeth Hoffmann (~ 22.06.1679; 08.10.1737), Tochter des Schulmeisters Johannes Hoffmann und der Anna Catharina Bange.

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12. Nach dem Tode seiner Mutter (Nr. 11) wurde 1956 der Kaufmann Karl-Heinz Bietz (* 22.06.1924; 30.08.2014) Eigentümer des Hauses, in der er auch geboren worden war. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns bei der Firma Teichmann in Itter. 1942 wurde er eingezogen und kehrte erst 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. 1953 übenahm er den Laden seiner Eltern, renovierte die Einrichtung und erweitere das Sortiment. Der kleine Schreibwaren-, Zeitschriften- und Getränkehandel firmierte unter dem Namen "Bietz-Nelle" und war bis zum Umzug der Alten Landesschule aus der Klosterstraße 11 in das neue Gebäude an der Solinger Straße Anlaufpunkt für Schüler und Lehrer. [2]

13. 1988 wurde das Haus von einer Architektengemeinschaft übernommen und von Grund auf saniert. Das Schreibwarengeschäft Bietz-Nelle blieb in den Räumen erhalten. Heute befinden sich in den Ladenräumlichkeiten ein Nagelstudio und ein Modegeschäft.

Erscheinungsbild

Zweigeschossiges, einfaches Fachwerkhaus auf Werksteinsockel. Die Eckpfosten sind quaderförmig geschhnitzt. Diese Gestaltung sollte bei den ursprünglich zumeist verputzten Fachwerkhäusern wahrscheinlich Steinbau nachahmen und ist im 18. Jahrhundert in Korbach verbreitet. Im übrigen zeigt sich die Fassade schmucklos. Im Brandkassenregister von 1784 ist die Größe mit 24 x 29 Fuß (ca. 7,5 x 9 Meter), der Wert mit 75 Talern angegeben. Im Rahmen der 1988 erfolgten Sanierung wurde insbesondere die giebelseitige Ladeneingangstür vorteilhaft neu gestaltet. Das Fachwerk erhielt einen rotbraunen Anstrich. Auf einem 1980 gefertigten Lichtbild ist das damalige Schreibwarengeschäft zu sehen; an der Straßenfront waren nicht weniger als fünf Zigaretten- und Kaugummiautomaten angebracht. [3]

Bilder

Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS/Karl WILKE (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 1, Professor-Kümmell-Straße und Klosterstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.), 2. Auflage 1996, S. 98-100. Soweit nicht anders vermerkt, sind alle folgenden Angaben hieraus entnommen. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben bzw. begraben.
[2] Alle Angaben nach: Friedrich BEHLEN, "Onkel Bietz"- ein Korbacher Original, in: Klosterglöckchen, Nachrichten für die Mitglieder des Vereins ehemaliger Korbacher Gymnasiasten, 83. Jahrgang, Nr. 1, März 2016, S. 11-12.
[3] Das von pitze ECKART gefertigte Foto ist veröffentlicht in: pitze ECKART/Dieter DEMME, Ost Menschen/West Menschen, Bildband zur Fotoausstellung, Museum Bad Arolsen (Hrsg.), Korbach 2010, S. 31 (West Menschen), Nr. 19: "BietzNelle, Korbach 1980".