Alte Landesschule (Korbach)

Klosterstraße 11. Sitz der Alten Landesschule von 1579 bis 1971.
Anklicken für größere Version.

Die Alte Landesschule zu Korbach ist das Gymnasium der Stadt. Sie geht auf die bereits im 13. Jahrhundert bestehende Stadtschule zurück und wurde 1566 in das Gebäude des kurz zuvor aufgelösten Franziskanerklosters, Klosterstraße 11, gelegt. Aufgrund des Gründungsbeschlusses der Waldecker Grafen vom 17. August 1577 erfolgte die offizielle Eröffnung als humanistische Lehranstalt am 7. Mai 1579. Das Gymnasium besteht seit dieser Zeit ununterbrochen und ist eine der ältesten Lehranstalten Hessens.

Geschichte

Vorläufer des Gymnasiums war die Korbacher Stadtschule, die bereits für das 13. Jahrhundert nachweisbar ist. Als ihr Rektor wird 1266 ein Magister Konrad genannt. 1310 ist der Magister Ditmarus "rektor scolarum in Corbike". 1368 wird Hermannus Beckerich als Rektor der Korbacher Schule urkundlich erwähnt. Bei der Stadtschule handelte es sich ursprünglich um eine einklassige Schule, die zunächst nur in der Altstadt, später auch in der Neustadt bestanden hat. Bei der Städtevereinigung von 1377 wird ausdrücklich bestimmt, daß in den Städten Korbach zukünftig nur noch eine Schule sein und diese sich in der Altstadt befinden solle. Das Schulgebäude befand sich am altstädter Kirchplatz (Haus Nr. 4). Der Unterricht beschränkte sich ursprünglich auf die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens; daneben nahm der Gesangsunterricht einen großen Raum ein, da die Kinder verpflichtet waren, bei der Messe in der Kirche zu singen. Seit Beginn des 15. Jahrhunderts waren zwei Lehrer an der Schule tätig, was auf einen mehrklassigen Schulaufbau und weiterführende Lehrinhalte schließen läßt, zumal seit dieser Zeit auch Studenten aus Korbach an den Hochschulen in Köln, Erfurt und Wittenberg belegt sind, die in Korbach ihre für das Studium notwendige Vorbildung erhalten haben müssen. [1]

Schulleiter [2]

Lazarus Schoner 1579-1586
Rainer Lange 1589-1592
Heinrich Crantz 1603-1608
Stefan Ritter 1616-1635
Heinrich Söltzer 1637-1650 (Kirchstraße 22)
Wilhelm Scipio 1650-1658
Christian Nifanius 1658-1664
Konrad Samuel Schurtzfleisch 1665-1667 (Professor-Kümmell-Straße 5)
Jakob Reichard 1667-1670
Johann Christoph Frank 1670-1681
Martin Michaelis 1681-1684
Johann Franz Scipio 1686-1695
Johann Christian Stiegehaus 1707-1714
Friedrich Wilhelm Vogel 1716-1746 (Professor-Bier-Straße 5)
Jeremias Nicolai 1746-1758
Christian Heinrich Engelhard 1758-1768
Friedrich Samuel Winterberg 1768-1775
Christian Wilhelm Kreusler 1776-1786
Friedrich Samuel Winterberg 1788-1799
Dr. C. Johann Christian Friedrich Strube 1799-1836
Carl Friedrich Weigel 1837-1854
Louis Curtze 1854-1861
Dr. Gideon Vogt 1862-1866
Carl Diemer 1867-1875
Dr. Hermann Genthe 1875-1876
Dr. Theodor Hartwig 1876-1885
August Wiskemann 1885-1912
Wilhelm Armbröster 1912-1925
Heinrich Dieterich 1925-1945
Ludwig Wagner 1945-1946 (kommissarisch)
Dr. Alfred Ehrentreich (1946-1961)
Erwin Hartmann (1962-1974)
Dr. Theo Mock (1975-1995)
Karl-Heinz Keudel (1995-2003)
Robert Gassner (seit 2003)

Literatur

Bilder

Anmerkungen

[1] Alle vorstehenden Angaben nach Wolfgang MEDDING, Korbach - Die Geschichte einer deutschen Stadt, 2. Auflage, Korbach 1980, S. 78-79.
[2] Ausführliche Biographien der Lehrer und Schulleiter finden sich bei: Hilmar-G. STOECKER, Die Lehrer des Gymnasiums zu Korbach (1579-1900), Geschichtsblätter für Waldeck, 65. Band (1976), S. 5- 102; vgl. auch Günter GÖGE, Lateinische Rede stoppt kaiserliche Truppe/Pesttode, Plünderungen und "Unzucht" - Was der Heimatforscher Hilmar-G. Stoecker über Schulleiter und Lehrer des Gymnasiums zu Korbach berichtet, in: Mein Waldeck, Beilage der Waldeckischen Landeszeitung für Heimatfreunde, Nr. 19, 16. September 2016.