Professor-Kümmell-Straße 8a (Korbach)

Das Haus Professor-Kümmell-Straße 8a im Februar 2016.
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Das Haus Nr. 8a in der Professor-Kümmell-Straße ist ein um 1702 von dem Apotheker Johann Henrich Linnekogel errichtetes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach [1]

Geschichte

1. Die Herkunft des Bauherrn Johann Heinrich Linnekogel ist unklar. Im Ortssippenbuch Rhoden ist lediglich die Geburt seines Kindes Johannes (* 24.02.1701) vermerkt, sein Beruf (Apotheker) und daß er im Jahr 1700 geheiratet habe. Seine Frau ist im Ortssippenbuch Rhoden nicht genannt. [2] Er habe nicht in einem engen verwandtschaftlichen Verhältnis zu der Pfarrersfamilie Linnekogel aus Berndorf gestanden, [3] läßt sich aber auch nicht in die Stammfolge der Familie Linnekogel in Rhoden einordnen. Die Angabe bei THOMAS/WILKE (wie Anm. 1), er sei der Sohn des Johannes Linnekugel (1617-1703), Pfarrer in Berndorf von 1642 bis 1703, ist wahrscheinlich unrichtig. STEINKAMP nimmt hingegen an, er sei der Sohn des gleichnamigen Johannes Linnekogel ( 20.05.1685 in Wrexen) gewesen, der ebenfalls aus Berndorf stammte, 1678-82 Diakon und Rektor in Rhoden und von 1682-85 als Pfarrer in Wrexen tätig war. [4] Johann Heinrich Linnekogel war zunächst als Apotheker in Rhoden tätig, pachtete aber bereits 1702 die Engelapotheke (Stechbahn 4) in Korbach. [5] Am 30. Januar 1700 heiratete er Susanne Hefenträger (* 1680; 26.11.1752, 72 Jahre), Tochter des Pfarrers Johann Nicolaus Hefenträger und der Barbara Hartmann. Er erwarb 1702 die Bürgerrechte, war 1708 Ratsmitglied, 1713 Pfennigmeister sowie 1720 Bürgermeister. Nach THOMAS wurde er 1668 geboren und starb am 30. März 1721 im Alter von 53 Jahren. [6]

2. 1702 Henricus Linnekugel.

3. 1737 Johann Michael Dreyspring.

4. 1742 Georg Christian Brandis.

5. 1753 Hermann Gottfried Meisner.

6. 1772 Franz Christian Meisner.

7. 1774 Moses Meier-Wittgenstein.

8. 1841 Samuel Mosheim.

9. 1884 Jakob Mosheim.

10. 1888 Jacob Löwenstern.

11. 1921 Julius Löwenstern.

12. 1938 Richard Stolz.

13. 1989 ...

Im Juli 2016 war die zur Professor-Kümmel-Straße gerichtete Südfassade eingerüstet. Eine Verbesserung des zum Teil schadhaft gewordenen Anstrichs ist jedoch nicht ersichtlich.

Bilder

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Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS/Karl WILKE/Lothar GERLACH (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 3, Kirchstrasse - Unterstrasse - Nikolaistrasse - Oberstrasse - In der Pforte - Brauberg - Ketzerbach - Ascher - Mauergasse, 2. Auflage, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 2003, S. 77 (Kirchstraße 24- Berichtigung); Hermann THOMAS/KARL WILKE (Bearb.) haben in Heft 1, Professor-Kümmell-Straße und Klosterstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 2. Auflage 1996, S. 58, bzw. 1. Auflage 1956, S. 36, fehlerhaft angegeben, Bauherr sei der Pfarrer Johannes Linnekogel gewesen. Der Fehler wurde in der 2. Auflage des 3. Heftes, S. 77, korrigiert.
[2] Hilmar G. STOECKER/Friedrich HÜBEL (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Band 51, Rhoden, Waldeckischer Geschichtsverein e.V./Magistrat Diemelstadt (Hrsg.), Korbach 1994, S. 188, Nr. 2232.
[3] Hermann THOMAS/Karl WILKE/Lothar GERLACH (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 3, Kirchstrasse - Unterstrasse - Nikolaistrasse - Oberstrasse - In der Pforte - Brauberg - Ketzerbach - Ascher - Mauergasse, 2. Auflage, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 2003, S. 77 (Kirchstraße 24- Berichtigung);
[4] Ursula STEINKAMP, Zur Geschichte des Apothekerwesens in der Grafschaft und dem späteren Fürstentum Waldeck und Pyrmont von den Anfängen bis zur Gegenwart, in: Geschichtsblätter für Waldeck, 68. Band (1980), S. 11-200 [180, Anm. 288]. Zu den Lebensdaten dieses Johannes Linnekogel vgl. STOECKER/HÜBEL (wie Anm. 2), S. 188, Nr. 2226.
[5] STEINKAMP (wie Anm. 4), S. 28, 70.
[6] STEINKAMP (wie Anm. 4), S. 28, gibt das Todesjahr mit 1724 an.