Bruno von Bischofshausen

Bruno von Bischofshausen (* um 1235; 1279) war ein Kleriker im Kloster Fritzlar.

Leben

Bruno war ein Sohn Werners II. von Bischofshausen und dessen Frau Gertrud von Itter. Urkundlich ist er nur wenige Male belegt, erstmals am 6. März 1254 als die gesamte Familie auf Burg Löwenstein einen Vertrag ausstellte ("Nos Wernherus de Biscovishusen, Gertrudis uxor mea, Heinricus, Wernherus, Hermannus et Bruno filii nostrii, cum filia nostra Bertha..."). [1] Da in älteren Urkunden nur die anderen Kinder genannt werden und Bruno in das Kloster Fritzlar eintrat, ist anzunehmen, daß Bruno der jüngste Sproß der Familie von Bischofshausen war. [2] Am 3. Mai 1258 verzichten Werner II. von Bischofshausen und seine Söhne Heinrich, Werner und Bruno gegenüber den Grafen W(alram) und O(tto) von Nassau (Nassowe) auf den Zehnten in Mengershausen bei Keseberg und bitten, ihn dem Kloster und den Mönchen in Haina (Hegene) zu übertragen. [3] Unter dem 5. Mai 1258 übertragen die vorgenannten mit Zustimmung ihrer [Ehefrau und] Mutter Gertrud den Zehnten in Mengershausen mit allem Zubehör auf das Kloster Haina. [4] In einer 1259 ausgestellten Urkunde wird Bruno erstmals als Kleriker bezeichnet. [5] Mit jenem Vertrag, in der neben Bruno sein Vater Werner II. und seine Brüder Heinrich, Werner, Hermann genannt sind, werden Grundstückstauschgeschäfte mit dem Ritter Ernst von Lohne geregelt. Am 1. Mai 1264 übereignet Bruno mit seinen drei Brüdern sowie mit Zustimmung ihrer Gemahlinnen und Söhne den Zehnten in Schmittlotheim dem Kloster Haina. In der Urkunde wird Bruno als Kanoniker zu Fritzlar genannt, [6] gleichfalls in einem Dokument vom 25. April 1266 [7] und in einem Vertrag vom 10. Oktober 1266. [8] In einer am 3. Mai 1266 in Fritzlar ausgestellten Urkunde erscheint er gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich - ohne Bezeichnung seines Standes - in der Liste der Zeugen, die einen Schiedspruch des Reinher von Wichdorf und Heinrich von Urff in deren Eigenschaft als Vollzieher des Landfriedens in Hessen bestätigen. [9] Am 7. September 1267 verbürgt er sich gemeinsam mit seinen Brüdern Heinrich und Hermann sowie mit Reinhard von Itter und dessen Sohn Heinrich für seinen Bruder Werner, der unter Auflagen aus der Gefangenschaft des Bischofs von Paderborn entlassen worden war. [10] Als Pfand für die Einhaltung dieser Auflagen stellen die Brüder von Bischofshausen ihren Anteil an der Burg Itter. Letztmals tritt Bruno in einer am 18. März 1267 ausgefertigten Urkunde als Zeuge in Erscheinung. [11] Bruno dürfte im April 1279 gestorben sein, denn mit Urkunde vom 15. April 1280 übertragen Heinrich, Dekan, und das Kapitel des Stiftes Fritzlar ihrem Mitkanoniker Lupold, Propst von Nörten, Testamentsvollstrecker und Treuhänder ihres verstorbenen Mitkanonikers Bruno von Bischofshausen, "zur Verteilung bei dessen Jahresgedächtnis" Güter des Stiftes im Gesamtwert von 3 Pfund und 8 Schillingen. [12] Der Verkauf erfolgte "nach Ablauf des Gnadenjahres Brunos".

Literatur

Eckhart G. FRANZ, Kloster Haina, Regesten und Urkunden, Erster Band, Veröffentlichungen der historischen Kommission für Hessen und Waldeck, Marburg 1962, Nr. 222, 278-280, 330, 375, 377, 379, 411, 468-469, 480, 491.
Friedrich SCHUNDER, Die von Loewenstein, Geschichte einer hessischen Familie, Band 1, Lübeck 1955, S. 31, Band 2, Regesten und Urkunden 1160-1539, Nr. 15, 26, 29, 36, 39, 57.

Anmerkungen

[1] SCHUNDER, Band 1, S. 31; Band 2, Regest Nr. 15 (S. 20); FRANZ, Regest Nr. 222 (S. 132-133).
[2] SCHUNDER, Band 1, Seite 31, hält Hermann für den jüngsten Sohn.
[3] SCHUNDER, Band 2, Regest Nr. 26 (S. 25); Helfrich Bernhard WENCK, Hessische Landesgeschichte, Band 2, Frankfurt und Leipzig 1789, Urkundenbuch Nr. 158, S. 183 (Digitale Ausgabe); FRANZ, Regest Nr. 278 (S. 159).
[4] FRANZ, Regest Nr. 279 u. Nr. 280 (S. 160).
[5] SCHUNDER, Band 2, Regest Nr. 29 (S. 26).
[6] SCHUNDER, Band 2, Regest Nr. 36 (S. 29); FRANZ, Regest Nr. 411. In dem Regest bei FRANZ wird übersetzt, Hermann von Bischofshausen vermerke in der Urkunde, noch nicht volljährig zu sein. Dies würde jedoch bedeuten, daß sein Geburtsdatum erst in die zweite Hälfte der 1240er Jahre zu setzen wäre. Hiergegen spricht, daß er bereits 1249 ohne Einschränkung neben seinen Eltern in einer Urkunde als Veräußerer des Zehnten in Basdorf auftritt. SCHUNDER interpretiert die Urkunde vom 1. Mai 1264 deshalb dahingehend, daß sich der Hinweis auf die Minderjährigkeit auf den ebenfalls unterzeichnenden Hermann von Hemfurt (Hancforde) bezieht.
[7] FRANZ, Regest Nr. 468 (S. 248). Bruno erscheint hier in der Liste der Zeugen eines Rechtsgeschäfts des Grfen Heinrich des Jüngeren von Waldeck.
[8] SCHUNDER, Band 2, Regest Nr. 39 Anm. 1 (S. 30); FRANZ, Regest Nr. 480 (S. 254)..
[9] FRANZ, Regest Nr. 469 (S. 249).
[10] SCHUNDER, Band 2, Regest Nr. 39 S. 30).
[11] FRANZ, Regest Nr. 491 (S. 259). Auch in dieser Urkunde wird er als Stiftsherr zu Fritzlar hervorgehoben.
[12] SCHUNDER, Band 2, Regest Nr. 57 (S. 38); Druck: Karl Ernst DEMANDT (Bearb.), Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Fritzlar im Mittelalter, Marburg 1939, Nr. 63 (S. 251 f.).