Sally Markhoff

Ganz rechts: das Haus Stechbahn 10 in seiner ursprünglichen, durch Jacob Markhoff errichteten Form. Über den Eingang ist noch der Anfang des Schriftzuges "J. Markhoff" zu erkennen.
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Sally Markhoff (* 24. September 1886 in Korbach; 17. Januar 1961 in Kfar-Shmaryahu / Israel) war ein Architekt und Textilkaufmann aus Korbach. [1]

Leben

Sally Markhoff war der ältere von zwei Söhnen des Korbacher Kaufmanns Jacob Markhoff (1849-1913) und dessen Ehefrau Johanna Adler (1856-1942). Sally Markhoff wuchs mit seinem jüngeren Bruder Richard (1889-1903) im Haus Stechbahn 10 auf, das sein Vater nach dem großen Stechbahnbrand von 1885 gegenüber dem Rathaus hatte errichten lassen.

Sally besuchte das Landesgymnasisum in Korbach, studierte Architektur in Darmstadt und übernahm nach einer kaufmännischen Ausbildung das Textilgeschäft seines Vaters. Der Geschäftsneubau am Berndorfer Tor 4 wurde von ihm entworfen. Im Jahr 1911 wurde das Geschäft von der Stechbahn in den Neubau verlegt. Aufgrund nationalsozialistischer Repressalien verpachtete Sally Markhoff das Geschäft 1933 an Karl Manhenke, der das Haus 1936 käuflich erwarb. Die Manhenke GmbH & Co. KG betreibt das Geschäft bis heute in dem Haus. Die Familie Markhoff verzog im Juni 1935 nach Berlin und wanderte später nach Palästina aus, wo Sally Markhoff an führender Stelle beim Aufbau der Siedlung Kfar Smaryaha in der Sarons-Ebene mitwirkte. Er baute dort eine Hühnerfarm auf und erlernte das Schuhmacherhandwerk, das er einige Jahre ausübte.[2]

Am 12. Mai 1933 heiratete er Martha Katzenstein (1902-1975) aus Höringhausen, mit der er einen Sohn hatte (* 9. September 1934 in Korbach). Dessen Familie lebt seit 1962 in Frankfurt/Main.[3]

In den fünfziger Jahren entwickelte sich zwischen Sally Markhoff und dem ehemaligen Lehrer Reinhard Götte aus Bad Pyrmont ein Briefwechsel, der in den Heften 3 und 4/1956 des "Klosterglöckchens", Nachrichten für die Mitglieder des Vereins ehemaliger Korbacher Gymnasiasten, sowie bei WILKE (wie Anm. 1), S. 293-298, abgedruckt ist.









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Anmerkungen

[1] Alle biographischen Angaben aus: Karl WILKE (Bearb.), Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1993, S. 185-191; Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 5, Stechebahn - Violinenstraße - Heumarkt - Am Steinhaus, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 17; vgl. auch Arbeitsgemeinschaft Spurensicherung des Kommunalen Jugendbildungswerks der Kreisstadt Korbach, Judenverfolgung in Korbach, Korbach 1989, S. 17; Marion MÖLLER, Familie Markhoff flieht vor Hass der Nazis, in: Mein Waldeck, Beilage der Waldeckischen Landeszeitung für Heimatfreunde, Nr. 7/2008.
[2] WILKE (wie Anm. 1), S. 191.
[3] WILKE (wie Anm. 1), S. 189-191.