Stechbahnbrand von 1885 (Korbach)

Das Rathaus in seiner 1706 geschaffenen Form nach dem großen Stechbahnbrand von 1885. Auf der linken Seite ist noch der Schattenwurf des unbeschädigt gebliebenen Hauses Nr. 8 (Gastwirtschaft Rauch, ab 1902 Herzog, heute Zabel) zu sehen. Das benachbarte Haus Nr. 10 ist dagegen vollständig niedergebrannt und wirft keinen Schatten mehr. Auf der Straße sind noch die Trümmer erkennbar. [2]

Beim großen Stechbahnbrand von 1885, der am Morgen des 18. August ausbrach, wurden elf Fachwerkhäuser auf der oberen Stechbahn, in der oberen Rathausgasse und im Tempel in der Altstadt von Korbach, nahe dem Rathaus, sowie - durch Funkenflug - vier Häuser im Bereich der unteren Klosterstraße und der unteren Rathausgasse vernichtet. Die nach 1885 errichteten Neubauten im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts haben den Charakter der oberen Stechbahn nachhaltig verändert.

Ereignisse

Am Morgen des 18. August herrschte kühles und windiges Wetter. Hinter dem damaligen Fachwerkhaus Stechbahn 10 stand eine Scheune (heute Garten), die aus unbekannten Gründen Feuer fing. Der starke Südwestwind drückte die Flammen gegen die Rückseiten der Häuser Stechbahn 10, 12, 14 und 16. Die Gebäude wurde wegen der sich rasch ausbreitenden Flammen verloren gegeben. Die herbeieilende Nachbarschaft und die Schüler des Gymnasiums begaben sich in die brennenden Häuser und versuchten, das Inventar zu retten, welches aus den Gefahrenbereich heraus und auf den altstädter Kirchhof getragen wurde. Der Wind drückte den Rauch durch das Tempelviertel und die Landstraße (heute Professor-Kümmell-Straße) hinunter bis zur Klosterschule. Nachdem sich das Feuer von hinten durch die Häuser Stechbahn 10 und 12 durchgearbeitet hatte, sprang die Feuerwalze über die Stechbahn und ergriff die gegenüberliegenden Häuser Stechbahn 3 und Stechbahn 5 nebst den dahinter liegenden Häusern Stechbahn 5a, Rathausgasse 11, Rathausgasse 13, Im Tempel 16b und 16c. Zur gleichen Zeit verursachte Funkenflug, daß das Haus Klosterstraße 15 mit den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden und den Resten der Hospitalkapelle sowie die Häuser Klosterstraße 16, Klosterstraße 18 und Rathausgasse 2a in Flammen aufgingen. [1]












Anmerkungen

[1] Vgl. Theodor ENDEMANN, Der große Brand (Fortsetzung), in: Klosterglöckchen - Nachrichten für die Mitglieder des Vereins ehemaliger Corbacher Gymnasiasten, 1. Jahrgang, Nr. 3, Oktober 1928, S. 19-20.