Bunsenstraße 4 (Korbach)

Das Haus Bunsenstraße 4 im Juni 2017.
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Das Haus Nr. 4 in der Bunsenstraße ist ein 1729 von dem Stadtsekretär Christian Hagenbusch errichtes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach [1]

Geschichte

Über einen eventuellen Vorgängerbau ist nichts bekannt.

1. Bauherr war Christian Hagenbusch (* Mai 1681; 03.10.1745). Er war der Sohn des Anton II. Hagenbusch (~ 17.09.1641 in Obernburg; 20.04.1690 ebenda), Student in Gießen (1661) und Rostock (1669), seit 1675 Pfarradjunkt zu Obernburg, und der Anna Elisabeth Bilstein (* 1652; begr. 09.06.1728; Bunsenstraße 6), Tochter des Franz Bilstein und der Catharina Acularius. Am 10. Oktober 1716 heiratete er Clara Elisabeth Kleinschmit (* 1697 in Schmillinghausen; begr. 19.07.1767, 70 Jahre), Tochter des Johann Georg Kleinschmit, Pfarrer zu Schmillinghausen, und seiner Frau Margarethe Crantz aus Herbsen. Die Eheleute Hagenbusch/Kleinschmit hatten neun Kinder. Hagenbusch erscheint 1703 als Student in Marburg und war bis 1713 Stadtsekretär in Mengeringhausen. 1714 bis 1745 war er Stadtsekretär in Korbach. [2] Stammvater der Familie ist Magister Anton (I.) Hagenbusch aus Laubach/Wetterau (* um 1589; 25.10.1665), Student in Marburg (1600) und Gießen (1607), 1609 Rektor in Baubach, dann Konrektor in Lippstadt, 1612 Professor für Physik in Gießen, 1614 Pfarrer in Düsseldorf, 1615-25 Pfarrer in Soest, seit 1625 Pfarrer in Korbach und seit 163 Sampt-Superintendent. Er war seit etwa 1613 verheiratet mit Juliane Bernhard, Tochter des Adam Bernhard, Bürgermeister in Marburg, und seiner Gattin Juliane Hamer. Seine zweite Ehefrau war Gertrud Weitzel, Tochter des Georg Weitzel, Sekretär am Hofgericht in Marburg, und Witwe des Johann Jost Fett, Vogt zu Haina. Der älteste Sohn des Anton (I.) Hagenbusch war Marcellus Hagenbusch (* 11.04.1614 in Düsseldorf; 26.08.1693), Student in Marburg (1631-35), Pfarrer zu Obernburg (1637-83), dann lebte er als Emeritus in Korbach, verheiratet seit dem 14. Juli 1640 mit Anna Erich Ladage (* 19.08.1611; begr. 18.11.1691), Tochter des Johannes Ladage, Amtmann in Waldeck und Landau, und seiner Frau Walpurg Holman, Witwe des Johann Sangen, Stadtsekretär in Korbach. Der älteste Sohn aus dieser Ehe war der o.g. Anton II. Hagenbusch. [3]

2. 1741 Johannes Hagenbusch.

3. 1789 Johannes Anton Kiepe.

4. 1797 Johann Ludwig Reuter.

5. 1807 Franz Friedrich Reddehase.

6. 1823 Henrich August Benn.

7. 1858 Henrich Christian Theodor Benn.

8. 1871 Heinrich Ludwig Christian Trummel.

9. 1878 wurde der Landwirt und Fuhrunternehmer Albert Saure (* 06.08.1869; 01.08.1951) neuer Eigentümer. Er war der Sohn des Metzgers und Landwirts Friedrich Wilhelm Saure und der Johanne Auguste Caroline Christiane Trummel. Am 25. August 1895 heiratete er Marie Kraushaar (* 01.01.1873; 17.05.1745), Tochter des Maurers Fritz Kraushaar und der Luise Höhle aus Alraft. Saure erhiet das Grundstück von seinem Großvater.

10. 1951 erbte der Landwirt und Kohlehändler Albert Saure (* 06.06.1898; 20.11.1967), Sohn von Nr. 9, das Gebäude. Er war seit dem 13. Dezember 1931 mit Marie Elisabeth von Hayn (* 26.05.1901 in Rodheim vor der Höhe; 02.08.1983) verheiratet, Tochter des Gastwirts Heinrich von Hayn und der Luise Kirchner in Rodheim. Saure siedelte mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb in das Sicktal aus.

11. Marianne Höhl, geborene Saure (* 17.03.1933; 30.01.2018), Tochter von Nr. 10.

12. Stadt Korbach

12. um 1978

13. 1981

Äußeres Erscheinungsbild

Im Jahr 1939 wurde das Haus wie folgt beschrieben: [3]

"Wohnhaus. Zweigeschossig, Fachwerk auf Werksteinsockel. Obergeschoß vorgekragt. Quergebälkprofil Kehle und Rundstab. 9 Gefache. Eckpfosten mit geschnitzten Kapitellen. Satteldach mit Falzziegeln. 18. Jh."

Bilder

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Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS/Karl WILKE (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 2, Professor-Bier-Straße - Hinter dem Kloster - Bunsenstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.), 2. Auflage 1998, S. 175-178. Alle folgenden Daten, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS/WILKE. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.
[2] Hermann STEINMETZ (Bearb.), Die Stadtsekretäre in Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1953, S. 15-16.; ders., Die Stadtcommissare in Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1954, S. 35-37.
[3] Alle Angaben über die Familie Hagenbusch nach STEINMETZ (wie Anm. 2; Stadtcommissare).
[4] Wolfgang MEDDING (Bearb.) in: Friedrich BLEIBAUM (Hrsg.), Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel, Neue Folge, Dritter Band, Kreis des Eisenberges, Kassel 1939, S. 136.