Klosterstraße 15 (Korbach)

Das Haus Klosterstraße 15 im Mai 2017.
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Das Haus Nr. 15 in der Klosterstraße ist ein im Jahr 1886 (?) erbautes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach. Der Vorgängerbau das "Oeconomiegebäude" des Hospitals fiel dem Stechbahnbrand von 1885 zum Opfer, der durch Funkenflug auch einige Häuser in der mehr als 200 Meter entfernten Klosterstraße vernichtete.

Geschichte

Die Gebäude Klosterstraße 13, 15 und 17 bildeten bis Mitte des 19. Jahrhunderts das Hospital, das 1349 von dem Ritter Heinrich von Megedeveld gestiftet worden war und durch weitere Stiftungen, u.a. von den aus Korbach stammenden Kölner Kaufleuten Johann Rinck ( 1464) und Dr. Peter Rinck (1429-1501), ergänzt worden war. Auf der nördlichen, von der Klosterstraße aus gesehen linken Hälfte des heutigen Hauses stand, mit dem Chor nach Osten gerichtet, entlang der heutigen Straße Am Stadtpark, die Hospitalkapelle, die St. Bartholomäus geweiht war. Auf dem Kupferstich von Dilich aus dem Jahre 1605 ist sie zwischen dem Tränketor und der Klosterkirche zu sehen. Die nördliche Mauer mit zwei zierlichen Spitzbogenfenstern stand noch im Jahr 1879 [2] und wurde erst durch den Brand von 1885 vernichtet. [3]

Die Kapelle als solche bestand schon längere Zeit nicht mehr. Auf ihren Grundmauern wurden eine Scheune und ein Stall errichtet, die nördlich an das Haus Klosterstraße 15 angrenzten. Wann genau die Kapelle entweiht und ihre Baureste in das Haus Nr. 15 einbezogen wurden, ist nicht überliefert. Auf dem 1749-1756 von Johann Daniel von Römer gezeichneten "Plan der Statt Corbach" ist sie noch zu sehen. Auch im Brandkassenregister von 1784 wird die Kapelle noch erwähnt ("Die alte Kirche, halb Stein, halb Holz, 67 x 27 Fuß groß, Brandkassenwert 100 Taler"). Allerdings soll laut dem Brandkassenregister zu dieser Zeit bereits an ihre Nordseite ein Stall aus Fachwerk angebaut sein ("Brandkassenwert 25 Taler"). Möglicherweise wurde sie, wie die benachbarten Klosterkirche, im Siebenjährigen Krieg zerstört oder beschädigt. Mit etwa 20 Metern Länge und ca. 8 Metern Breite war die Kapelle mehr als halb so groß wie die benachbarte Klosterkirche und damit ein recht stattlicher Bau. Die beiden Kirchenbauten standen parallel zu einander.

Die heutige Straße "Am Stadtpark" endete zwischen den beiden Kirchengebäuden an der inneren Stadtmauer und war vermutlich ein weit idyllischerer Ort als heute.

1. Bis 1878 gehörte das Gebäude der Hospitalstiftung.

2. Im Jahr 1878 erwarb es der Bäcker Wilhelm Carl Georg Heinrich Limperg (* 15.09.1844; ?), Sohn des Bäckermeisters Carl Limperg und der Joh. Christiane Elisabeth Köhler. Am 10. August 1873 heiratete er Wilhelmine Lütgens (* 11.10.1848 in Stiepelse/Hannover; ?). Die Eheleute sind aus Korbach verzogen.

3.





Zwischen dem Tränketor (unten links) und der Klosterkirche (Bildmitte) ist die kleine Hospitalkapelle zu erkennen. Um 1605 auf einem Stich von Wilhelm Scheffer, genannt Dilich.
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Bilder


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Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS/Karl WILKE (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 1, Professor-Kümmell-Straße und Klosterstraße, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.), 2. Auflage 1966, S. 87-88. Soweit nicht anders vermerkt, sind alle folgenden Angaben hieraus entnommen. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben bzw. begraben.
[2] Hermann GENTHE, Geschichte der Stadt Corbach - Festschrift zur 3. Säkularfeier des Fürstlich Waldeckischen Landesgymnasiums zu Corbach, Mengeringhausen 1879, S. 22.
[3] Wolfgang MEDDING (Bearb.), Korbach - Die Geschichte einer deutschen Stadt, Stadt Korbach (Hrsg.), 2. Auflage 1980, S. 81.