Marktplatz 5a (Korbach)

Das Haus Nr. 211 ("Nr. 5a") am Marktplatz um 1903.
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Das Haus Nr. 5a am Marktplatz war ein Fachwerkhaus unbekannten Baujahres - wahrscheinlich Ende des 17. Jahrhunderts errichtet - in der Altstadt von Korbach. [1] Es wurde 1905 abgerissen, um den Blick auf das Südportal der Kilianskirche zu eröffnen.

Geschichte

Die Bezeichnung "Nr. 5a" war nicht offiziell, sondern wird hier nur aus Ordnungsgründen verwendet. Nach der damaligen Zählung der Häuser trug es die Nummer 211. Das Haus lag zwischen den Gebäuden Stechbahn 19 und Marktplatz 5b.

1. Erster bekannter Eigentümer war Heinrich Range (~ 29.05.1614; begr. ?), Sohn des Bäckermeisters Johannes Range aus Geismar. Seine Frau war Anna Elisabeth Hagenbusch (* um 1624; begr. 14.10.1694, 78 Jahre), Tochter des Anton Hagenbusch und der Juliane Bernhard. Heinrich Range erwarb 1635 die Bürgerrechte, war in den Jahren 1643 und 1650 Ratsmitglied, 1653/55/57 Pfennigmeister und 1662 sowie 1664 Bürgermeister. Ihm gehörte auch das gegenüberliegende Gebäude Am Steinhaus 1. Die aus Geismar stammende Familie Range wurde 1579 in Korbach durch den Bäckermeister Johannes Range seßhaft. Sie ist 1918 im Mannesstamm in Korbach ausgestorben. In neun Generationen erwarben 20 Mitglieder der Familie Range das Bürgerrecht.

2. 1687 Franz Range

3. 1730 Johann Gabriel Meier

4. 1747 Johann Georg Nicolaus Siegel

5. 1758 Georg Friedrich Hartwig

6. Im Jahr 1764 erwirbt der Schutzjude Isaak Nathan (* vor 1730; nach 1776) das Haus. Es gehörte zu den ersten Gebäuden, das in jüdischen Besitz kam, nachdem Juden in Waldeck erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine Niederlassungserlaubnis erhielten. Nathan wird erstmals im Jahr 1762 im Seelenregister mit einer Frau und drei Kindern vermerkt. 1770 ist Nathan Mitunterzeichner der Gründungsurkunde der Korbacher Synaogengemeinde. Im Jahr 1771 hatte sein Haushalt sechs Mannsleuten (drei Söhne, drei Knechte) und drei Weibsleute (Ehefrau und zwei Töchter), ebenso 1772. Im Jahr 1774 sind es fünf Mannsleute und vier Weibsleute. Nathan wird erneut in einem Protokoll vom 30. Oktober 1773 erwähnt. 1776 wird er in der Familie des Elias Lazarus (Klosterstraße 4), wahrscheinlich sein Schwiegersohn, aufgeführt. Lazarus' Ehefrau war Hanna Nathan (* um 1746), wahrscheinlich Tochter des Isaak Nathan. [2]

7. 1784 Marcus

8. 18.. Raphael Loeb

9. 1834 Samuel Katz

10. 1837 Jakob Moses

11. 1841 Caesar Markhoff

12. 1849 Lazarus/Loeser Markhoff

13. 1890 Jakob Markhoff

14. 1892 Kalmon Kohlhagen

15. 1905 Stadt Korbach

Bilder

Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 6, Kirchplatz - Marktplatz - Enser Straße - Katthagen - Kleine Gasse, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1960, S. 25-27. Alle folgenden Daten, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.
[2] Alle Angaben nach: Karl WILKE (Bearb.), Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1993, S. 143, 215.