Stechbahn 28 (Korbach)

Das Haus Stechbahn 28 im Dezember 2016.
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Das Haus Nr. 28 auf der Stechbahn ist ein wahrscheinlich 1736 von Adam Bornemann aus Stormbruch errichtetes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach. [1]

Geschichte

Über einen eventuellen Vorgängerbau und dessen Bewohner ist nichts bekannt. Die Geschichte des Grundstücks läßt sich nur bis 1736 zurückverfolgen. Vielleicht wurde der Vorgängerbau beim Stadtbrand von 1664 zerstört. Möglicherweise stand hier bis 1664 auch nur ein zu den Grundstücken Nr. 26 oder Nr. 30 gehörendes Nebengebäude.

1. Erster bekannter Eigentümer und wahrscheinlicher Bauherr war Johann Adam Bornemann (* 1690 in Stormbruch; begr. 21.05.1751, 61 Jahre). Er heiratete am 31. Januar 1719 Anna Elisabeth Curtze (* 1689; begr. 16.04.1758, 69 Jahre), Tochter des Hutmachermeisters Johannes Curtze (wahrscheinlich aus Hinter dem Kloster 23), und erwarb 1736 die Bürgerrechte.

2. Im Jahr 1749 wird der Schäfer Johann Jakob Klöcker (Kleuker) als Eigentümer genannt. Über ihn ist nur bekannt, daß er 1755 die Bürgerrechte erwarb und vor 1765 verstarb. Verheiratet war er mit einer Anna Gertrud, Geburtsname unbekannt, Bürgerin 1755, begraben am 4. Januar 1765. Vielleicht war er verwandt mit Johannes Klauke/Klocke (Violinenstraße 1).

3. 1765 wird der Schumachermeister Johann Leonhard Bohne (~ 05.04.1739; 02.12.1821, 82 Jahre) neuer Eigentümer. Er war der Sohn des Johann Henrich Bohne und der Maria Magdalena Böhne. 1765 heiratete er Maria Christiana Klöcker (* um 1737; 06.02.1803, 66 Jahre), Tochter von Nr. 2. Das Paar hatte wenigstens zwei Kinder: Nr. 4 und Georg Wilhelm Bohne (Am Tylenturm 5 und Klosterstraße 20).

4. Ebenfalls durch Eheschließung ging das Haus 1803 auf den Postillion/Postknecht Johann Franz Schneider (* Ober-Waroldern; 10.03.1818) über, indem er am 24. März 1798 Marie Catharina Bohne (~ 18.02.1770; 12.11.1844) heiratete, Tochter von Nr. 3. Johann Franz Schneider war der Sohn des Gebhard Schneider in Ober-Waroldern.

5. 1825 wird der Schieferdecker Franz Friedrich Wilhelm Daubert (* 22.12.1796; 18.12.1868) neuer Eigentümer. Er war der einzige Sohn des Schieferdeckers Franz Carl Daubert und der Johanna Catharina Trummel. Am 16. Juli 1819 heiratete er die Tochter von Nr. 4, Christiane Friederike Elisabeth Schneider (* 07.07.1798; 23.02.1846). Eine zweite Ehe ging er am 3. November 1846 mit Maria Louise Tent (* 22.03.1806; ?) ein, Tochter des Schumachermeisters Johann Heinrich Tent und der Philippine Charlotte Krebs.

6. Im Jahr 1850 geht das Eigentum auf den Schieferdecker Albert Wilhelm Ludwig Daubert (* 01.01.1826; ?) über, Sohn von Nr. 5. Am 23. Juni 1850 vermählte er sich mit Caroline Sophie Wilhelmine Friederike Richter (* 24.04.1824; ?), Tochter des Landboten Christian Richter und der Henriette Heinz. Die Eheleute sind nach Nordamerika ausgewandert.

7. 1875 erwarb der Lackierer und Tapezierer Johann Christian Friedrich Daniel Georg (* 11.06.1829 in Helsen; 07.10.1892) das Haus. Er war der Sohn des Maurermeisters Wilhelm Nordheim in Helsen. Am 13. April 1857 heiratete er Marie Christiane Wilhelmina Rinscher (* 08.02.1836; 11.06.1870), Tochter des Ackermanns Caspar Anton Rinscher in Fürstenberg/Kreis Büren. Sie starb in Folge eines Sturzes vom Boden. Dem Eintrag im Kirchenbuch der Altstadt zufolge wurde vermutet, der Sturz sei absichtlich gewesen. Es bleibt allerdings offen, ob hiermit Suizid oder Mord gemeint ist.

8. Über den nächsten Eigentümer ist nicht viel bekannt. 1895 wurde das Haus auf den Kaufmann Carl Friedrich Heinemann umgeschrieben (* um 1871; in Frankenberg/Eder). Er betrieb ein Zigarrengeschäft und war verheiratet mit Johanna Schliephorst. Er war auch Eigentümer des Grundstücks Professor-Bier-Straße 20, wo 1888 das dort stehende Fachwerkhaus abgebrannt war. Er verzog später nach Frankenberg.

9. Im Jahr 1933 erwarb der Kaufmann August Ellrich (* 29.08.1897 in Spangenberg; nach 1959) das Gebäude. Er war der Sohn des Kaufmanns Georg Ellrich und der Juliane Siebert, beide aus Spangenberg. Am 4. Oktober 1926 heiratete er Berta Tent (* 28.02.1904; 25.01.1943), Tochter des Karl Tent (Stechbahn 32) und der Emilie Richter. Eine zweite Ehe ging er am 16. Februar 1944 mit Elise Deis (* 20.09.1908 in Lüdenscheid; ?), Tochter des August Deis und der Lina Lienenkämper, beide in Lüdenscheid.

10. Die weiteren Eigentümerwechsel sind hier nicht bekannt.

Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 5, Stechebahn - Violinenstraße - Heumarkt - Am Steinhaus, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 44-45. Alle folgenden Daten, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.