Stechbahn 5a (Korbach)

Das Haus Stechbahn 5a im Dezember 2016. Im Juni 2019 wurde es abgerissen. Anklicken für größere Version.

Das Haus Nr. 5a der Stechbahn war ein im Jahr 1912 als Schreinerwerkstatt errichteter Backstein-/Fachwerkbau in der Altstadt von Korbach. Das Haus lag hinter dem Gebäude Stechbahn 5 im Tempel. Im Juni 2019 wurde es abgetragen. Der Vorgängerbau war 1785 errichtet worden und ist beim Stechbahnbrand von 1885 gemeinsam mit den Nachbarhäusern zerstört worden. Dessen Vorgängerbau hat man abgerissen. [1] Ab 1805 gehörte das Gebäude stets den Eigentümer des Hauses Stechbahn 5.

Geschichte

1. Erster bekannte Eigentümerin des Grundstücks war Anna Erich Niederwald (~ 18.02.1617; begr. 28.05.1686), Tochter des Johannes Hetzel (Bürger 1609) und der Kunigunde Uffeln. Sie war die Witwe des Johannes Niederwald (* um 1615; vor 1658). Er war Student in Marburg (1633) und Rostock (1635). 1645 war er Mitglied des Rates um 1640 heiratete er Anna Erich Hetzel. Er war als Stadtsekretär für die Stadt Korbach tätig. Seine Amtszeit läßt sich nicht genau bestimmen. Jedenfalls war er 1650 noch im Amt. Sein Vater war Georg Niederwald, der 1615 von den Korbachern abgesetzte Stadtrichter, der dann von 1616 bis 1621 Gräflicher Landrichter zum Eisenberg war und eine Tochter des Wilhelm von Waldeck aus Alt-Wildungen heiratete. Die Familie Niederwald kommt seit 1439 in Korbach vor. Johannes Niederwald war wohl der letzte Träger dieses Namens in Korbach. [2] Im Verzeichnis der Brandgeschädigten von 1664, Altstadt Nr. 14, heißt es über das Haus: "Niederwaldt seligen relicta; 1 Haus und 1 Hinterhaus, bewohnt von 3 Personen". [3]

2. 1687 Justus Haxthausen.

3. 1706 Ditmar Platte.

4. 1711 Michael Platte.

5. 1738 Johann Christoph Platte.

6. 1745 erwarb Stadtchirurg Henrich Christoph Otto (* um 1717 in Bergheim, begr. am 16. März 1763; 46 Jahre) das Haus. Seit dem 21. April 1744 war in erster Ehe verheiratet mit Johanna Sophia Catharina Leusmann (* 1728, begr. am 24. September 1745; 17 Jahren 8 Monaten und drei Wochen), Tochter des Michael Leusmann und einer Frau Knüttel aus Vöhl. Am 26. Dezember 1746 heiratete Otto, der seit 1744 das Bürgerrecht besaß, die Johanna Dorothea Curtze (~ 25. März 1717; 20. Dezember 1781), Tochter des Justus Curtze (Hinter dem Kloster 25 und Am Steinhaus 4) und der Anna Engel Waldeck (Stechbahn 14). Aus der zweiten Ehe ging mindestens ein Kind hervor: Wilhelm Otto (Mauergasse 8). 1753 tauschte er das vorliegende Haus mit Nr. 7 gegen dessen Haus Stechbahn 10.

7. 1753 wurde durch Tausch der Schuhmachermeister Johann Georg Fobbe (~ 24. Juli 1701; 17. Juli 1772; 72 Jahre) neuer Eigentümer. Er war der Sohn des Bernhard Fobbe und der Alheit Heckmann (Ascher 10). Fobbe hatte seit 1725 das Bürgerrecht und war in den Jahren 1738 und 1741 Ratsmitglied. Am 12 Januar 1726 heiratete er Catharina Elisabeth Nicolai (~ 1. April 1701, 5. März 1757 im Alter von 52 Jahren). Sie war die Tochter des Valentin Nicolai und der Anna Maria Kappel (Stechbahn 6). Am 21. September 1757 ging Fobbe die Ehe mit Barbara Catharina Tent ein (~ 26. Februar 1710, 11. März 1783; 73 Jahren). Sie war die Tochter des Georg Tent (Violinenstraße 16) und der Edeling Schotte sowie Witwe des am 22. Januar 1734 verstorbenen Justus Kayser. Durch die Hochzeit mit seiner zweiten Frau wurde er 1758 Eigentümer des Hauses Violinenstraße 16.

8. 1757 Franz Wilhelm Tent.

9. 1758 erwarb der Metzgermeister Anton Leonhard Asmuth (~ 28.09.1732; 21.08.1759) das Haus von seinem Schwager Franz Wihelm Tent (Nr. 8). Er war der Sohn des Johannes Asmuth (Stechbahn 26) und dessen erster Ehefrau Charlotte Maria Henne. Er heiratete am 2. August 1757 Sophia Charlotte Tent (~ 29.01.1734; 03.01.1816), Tochter des Metzgermeisters Johannes Tent (Dalwigker Straße 4) und der Anna Erich Röhr. Sie war eine Schwester von Nr. 8.

10. 1785 Johannes Christian Reips/Reipsch.

11. 1791 Georg Christian Kranz.

12. 1803 Georg Christop Goette.

13. 1807 Henrich Wilhelm Frese.

14. 1805 Carl August Rube. Siehe Stechbahn 5.

15. 1838 Friedrich Ludwig Schwabe. Siehe Stechbahn 5.

16. 1868 Wilhelm Friedrich Carl Assmann. Siehe Stechbahn 5.

17. 1874 Ernst Wilhelm Ludwig Eigenbrod. Siehe Stechbahn 5.

18. 1886 Carl Heinrich Emil Theobald. Siehe Stechbahn 5.

19. 1910 Christian Friedrich Heinrich Brühmann. Siehe Stechbahn 5.

20. 1919 Albert Brühmann. Siehe Stechbahn 5.

21. Heute: Stadt Korbach.

Bilder

Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 5, Stechebahn - Violinenstraße - Heumarkt - Am Steinhaus, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 62-67. Soweit nicht anders angegeben, alle Angaben nach THOMAS. Falls nicht anders vermerkt, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.
[2] Alle Angaben nach: Hermann STEINMETZ (Bearb.), Die Stadtsekretäre in Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.), Korbach 1953, S. 11-12.
[3] THOMAS (wie Anm. 1), S. 67.